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30.10.2018 - Halbes Dutzend Ringer in den Startlöchern für Olympia 2024
Interview mit Jens Gündling, Sportmanager des Hessischen Ringer-Verbands / Vier Athleten des Verbands haben schon Aussichten auf Tokio 2020 / Ringer Akademie Aschaffenburg entwickelt sich gut

Früher war er Landes-Cheftrainer, heute trägt er im Hessischen Ringer-Verband (HRV) den Titel „Sportmanager“: Seit Mai dieses Jahres ist in Jens Gündling ein Ringsportverrückter im besten Sinne zurück an zentraler Stelle im Landesverband, dem die Bezirke Main-Spessart, Darmstadt/Odenwald, Frankfurt und Nordhessen angehören.


Foto: HRV
Als HRV-Sportmanager leitet der Aschaffenburger unter anderem die Ringer Akademie, ein Teilzeit-Internat für besonders talentierte und willige Nachwuchsathleten, angesiedelt im Ringer-Leistungszentrum Aschaffenburg. Zudem koordiniert Gündling als Funktionstrainer die Stilarten Freistil, Griechisch-römisch und das Frauenringen, arbeitet gemeinsam mit den hauptamtlichen HRV-Trainern sowie den Honorartrainern an Trainingskonzepten und stimmt mit dem HRV-Vizepräsident Sport, Benjamin Stange, die Kader ab. Weiterhin stellt Gündling die Schnittstelle zu den Bundestrainern und den Polizei-Sportgruppen in Hessen und Bayern dar, koordiniert die Zusammenarbeit mit der Sporthilfe-Stiftung des Landessport-Bunds Hessen und bindet die jungen Menschen ein, die beim HRV ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Hinzu kommen der Austausch mit den Trainern in den HRV-Vereinen, die Unterstützung in der Nachwuchsgewinnung über Kindergärten und Schulen sowie die Betreuung der Social-Media-Kanäle des Verbands.
Mit seiner Arbeit, die der HRV aus Eigenmitteln sowie LSBH-Zuschüssen mischfinanziert, dreht Jens Gündling also an zentralen Stellschrauben des regionalen Ringens. Mit unserem Medienhaus sprach der Deutsche Freistil-Meister von 1999 und 2000 über die Entwicklungen in den ersten sechs Monaten und die mittelfristigen sportlichen Ziele des Verbands.

Herr Gündling, worauf legt der HRV sportlich derzeit besonderen Wert?

Die berufliche Karriere unsere Spitzentalente liegt uns sehr am Herzen. Unser neuer Vizepräsident Sport, Benjamin Stange, hat bereits ein Konzept zur Karriereplanung für Spitzensportler erarbeitet. Wir möchten die derzeitigen Möglichkeiten einer Karriere bei der bayerischen oder hessischen Polizei-Sportfördergruppe auf regionale, kleine und mittelständische Unternehmen erweitern. Sie sollen einem Spitzentalent die Möglichkeit bieten, eine Ausbildung in Verbindung mit dem Leistungssport zu absolvieren. Die ersten Gespräche dahingehend sind bereits positiv verlaufen. Außerdem wollen wir die Bezirks-Stützpunkte im Odenwald und in Nordhessen ausbauen.

Wie entwickelt sich die Ringer Akademie?

Gut. Für das Schuljahr 2018/2019 haben wir 13 Verträge mit Sportlerinnen und Sportlern abgeschlossen. Damit haben wir fast die maximale Teilnehmerzahl der Akademie erreicht. Positiv ist, dass wir immer wieder Anfragen bekommen und dass sich die Schüler ringkampfspezifisch weiterentwickelt haben. Da die Ringer Akademie Aschaffenburg wegen der Entfernung zu manchen Regionen nur für einen bestimmten Teilnehmerkreis in Frage kommt, prüfen wir derzeit, ob wir an weiteren Standorten ähnliche Gegebenheiten umsetzen können.

Wie bewerten Sie das Abschneiden der Jugendlichen und der Erwachsenen aus den HRV-Vereinen bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften?

Mit 32 Medaillen bei Deutschen Einzelmeisterschaften haben wir unser Ergebnis von 2017 übertroffen. Wir müssen dieses Ergebnis jedoch differenziert betrachten. Im Nachwuchsbereich haben wir in beiden Stilarten noch Luft nach oben. Im Griechisch-römisch fehlt uns bei den Männern ein wenig die Masse. Das weibliche Ringen entwickelt sich seit Jahren stetig nach oben. Insgesamt dürfen wir zwar mit der Medaillenanzahl zufrieden sein, möchten aber in den nächsten Jahren wieder unter die Top drei der Landesverbände.

Wo wollen Sie ansetzen?

Unser sportliches Ziel ist es, sowohl die Breite des Nachwuchses zu fördern als auch so viele Kadersportler wie möglich ins Stützpunkttraining zu bekommen. Je öfter die Kaderathleten zusammen trainieren - auch in Konkurrenzsituationen -, desto besser und schneller entwickeln sie sich. Weiterhin arbeiten wir in den einzelnen Bezirken an Insellösungen, sprich regionale Standorte, um zusätzliche Trainingseinheiten über die Bezirke anzubieten. Der Bezirksstandort in Wolfhagen bei Kassel ist das neuste Beispiel. Trainer Otto Hajlik und sein Team sollen dort ihre gute Vereinsarbeit beim VfL Wolfhagen auf den Bezirk Nordhessen erweitern.

Andererseits trägt es bei einigen Toptalenten Früchte, dass sich der HRV in der Spitze eher auf wenige Ringer konzentriert, diese aber extrem stark fördert …

Ja, wir haben den Fokus ganz gezielt auf unsere besten Athleten gelegt. Neben der Gründung eines Top-Teams und von Nachwuchsteams kümmern wir uns täglich und sehr intensiv um unsere Topathleten. Die Olympischen Spiele in Tokio beginnen in zwei Jahren. Nächstes Jahr stehen die ersten Qualifikationsturniere an. Mit Pascal Eisele, Anna Schell, Niklas Dorn und Kubilay Cakici haben wir vier Kandidaten, die die Chance besitzen, um die Olympia-Qualifikation mitzuringen.

Und darüber hinaus, mit Blick auf Olympia 2024?

Auf diesen Zug können Nachwuchssportler wie Tino Rettinger, Johannes Deml, Elena Sell, Hanna Frotscher, Andrej Kurockin und Marc Bonert aufspringen. Sie stehen in den Startlöchern und sind unsere Hoffnungen für den nächsten Olympiazyklus von 2020 bis 2024. jed?

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